Gespräch mit Autorin Maxi Obexer und Gräzistin Prof. Dr. Irmgard Männlein über eine feministische Sicht auf den Gründungstext der Demokratie
Am 14. Februar 2026 brachte das LTT ein außergewöhnliches Auftragswerk mit großer gesellschaftlicher Relevanz zur Uraufführung: DIE TÖCHTER DER ORESTIE von Maxi Obexer. Annika Schäfer führte Regie, Swantje Silber zeichnete für Bühne, Video & Kostüme, Christine Richter-Nilsson war für die Dramaturgie verantwortlich.
Nach Athenes Freispruch von Orest erweckt Elektra alle Frauen, die dem Blutrausch zum Opfer fielen, wieder zum Leben: ihre Schwester Iphigenie, die Mutter Klytaimnestra und Agamemnons Geliebte Kassandra. Die Orestie gilt als der Gründungstext der Demokratie – Orest, der sich dem Prozess unterwirft, als ihr erster Vertreter. Doch die vier Frauen stellen Athenes Urteil in Frage und fordern Gerechtigkeit.
Obexers feministische Fortschreibung der Orestie dritter Teil lässt die antiken Frauenfiguren ihre abgebrochenen Geschichten jenseits der patriarchalen Kriegslogik zu Ende erzählen, teilt ihre Loyalitätskonflikte und ihren Anteil im Kampf um Würde, Anerkennung, Teilhabe und Selbstbestimmung. Die Töchter der Orestie zeigen, dass ein wahrer Kompromiss nur möglich ist, wenn alle zu Wort kommen, auch diejenigen, die schon aus der Geschichte herausgeschrieben sind.
Im Anschluss an die szenische Lesung sprechen Prof. Irmgard Männlein und Autorin Maxi Obexer über Idee und Entstehung des Stückes und die Entwicklung der Inszenierung in Zusammenarbeit mit dem Frauen-Team des LTT. Regisseurin Annika Schäfer ist anwesend. Moderation: Christine Richter-Nilsson.
In Kooperation mit Philosophisches Seminar, Lehrstuhl Griechische Philologie der Universität Tübingen
Einführung: 19.00 Uhr im LTT-Foyer
Vorstellung „Die Töchter der Orestie“: 23. Juni, 19.30 Uhr, LTT-Werkstatt.
Gespräch mit Maxi Obexer im Anschluss an Vorstellung: 21.30 Uhr, LTT-Werkstatt
Nacheinlass möglich. Der Eintritt für das Gespräch mit Maxi Obexer ist frei.
Uraufführung von Maxi Obexer · 16+