Pinocchio

Familienstück nach Carlo Collodi

6+


"Lügen haben kurze Beine oder eine lange Nase."


So leicht ist das gar nicht, ein kleiner Junge zu sein – erst recht nicht, wenn man gerade noch ein sprechender Holzscheit war. Kaum hat man den Schreiner Geppetto davon überzeugen können, dass man nicht als Brennholz enden möchte, sieht man sich flugs zu einer Holzpuppe verarbeitet: Pinocchio! Eigentlich sollte er direkt zur Schule gehen, wo man alles lernen kann, was echte Kinder auch können. Gäbe es doch nur nicht all die Dinge, die viel mehr Spaß machen: das Puppentheater mit seiner verlockenden Musik, zum Beispiel. Also wird die Schulfibel, die Geppetto mit seiner letzten Winterjacke erkauft hatte, gegen Eintrittskarten eingetauscht. Und das ist erst der Anfang! Sooft Pinocchios gute Fee auch eingreift – er gerät immer wieder in Gefahr: Der Theaterdirektor will ihn verheizen, Fuchs und Katze betrügen ihn um seine einzigen Groschen, und zu allem Überfluss landet er über Umwege im Bauch eines Riesenfisches. Dort gibt es zwar ein unverhofftes Wiedersehen mit Geppetto, doch der finale Test für Pinocchios Menschlichkeit steht noch immer aus.

 

Der Kinderbuchklassiker des Schriftstellers und Journalisten Carlo Collodi (1826–1890) erzählt davon, wie unsere Menschlichkeit geprägt wird vom Verhältnis zwischen den Dingen, die wir tun müssen, und den Dingen, die wir gerne tun wollen. In der richtigen Mischung liegt der Schlüssel. Aber Pinocchio hat nicht nur eine lange Nase, wenn er lügt, sondern auch einen langen Atem, wenn es darum geht, diese Dinge ins Gleichgewicht zu bringen.




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