Grafik: Peter Engel

Medea

Tragödie von Euripides



Jason, Anführer der Argonauten, und die Königstochter Medea haben das Goldene Vlies geraubt – ein kostbares Widderfell, das einst Medeas Vater, Herrscher des sagenumwobenen Kolchis, gehörte. Mit dieser Tat hat Medea zweifache Schuld auf sich geladen: Sie hinterging ihren Vater und verursachte den Tod ihres Bruders. Nach jahrelanger Irrfahrt finden Medea und Jason Asyl in Korinth und bringen zwei Söhne zur Welt. Aber das familiäre Glück währt nur kurz, denn Jason beschließt, Kreusa, die Tochter des Königs von Korinth, zu heiraten. Medea ist nicht nur betrogen und alleingelassen in der Fremde. Jasons Entschluss macht sie zudem zur Persona non grata: Sie wird von Kreon, dem Herrscher Korinths, in die Verbannung geschickt. Doch wohin sollte sie, die für Jason ihre Familie, ihre Heimat und ihren königlichen Status aufgegeben hat, noch gehen? Angesichts ihrer Entrechtung durch Jason und des völligen Scheiterns von allem, an das sie geglaubt hat, entschließt Medea zu vernichten, was sie noch vernichten kann: Sie tötet die gemeinsamen Kinder.

Euripides (ca. 480–406 v. Chr.) gilt neben Aischylos und Sophokles als wichtigster griechischer Tragödiendichter und unter ihnen als der modernste. Das Leben seiner Figuren wird nicht mehr von göttlichen Schicksalssprüchen bestimmt, sondern von menschlichen Interessen und Leidenschaften. Für den Mythos, der seit über 2000 Jahren Theatergänger*innen fasziniert, erschaffen Regisseurin Ragna Guderian, Puppenbauerin Dorothee Metz und Kostümbildnerin Marianne Hollenstein eine bildreiche wie fantastische Welt.


Premiere 19. April 2020



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