Grafik: Peter Engel

Lost and Found

Schauspiel von Yael Ronen


„Oh Gott, wo sind die ganzen Möbel?“

„Ich hab sie den Flüchtlingen gegeben.“


Nach dem Tod des Vaters treffen sich die Bloggerin Maryam und ihr Bruder Elias, ein Poetry-Slammer, um die Beerdigung zu besprechen. Ihr Vater, ein Iraker, war zwar Atheist – aber Maryam ist dafür, das Angebot von Onkel Osama aus London anzunehmen, der eine muslimische Beerdigung wünscht. „Dann müssen wir nichts zahlen?“ – „Genau. Und: Es wäre ein Statement.“ Zur Beerdigung kommen auch Maryams Ex-Mann Jochen, ein gefeierter Video-Künstler, und Elias' Ex-Freundin Camille. Vor allem aber wird Cousin Yousef erwartet, der aus dem Irak geflohen ist. Die Folge sind heiße Diskussionen: Wie können wir ihm helfen? Wer soll ihn bei sich aufnehmen? Und wollen wir das überhaupt?

 

Yael Ronen, 1976 in Jerusalem geboren, stammt aus einer Theaterfamilie und zählt zu den aufregendsten Theatermacherinnen in Israel und im deutschsprachigen Raum. Ihre Provokation: schwarzer Humor im Umgang mit historischen Konflikten. „Common Ground“, ihre Arbeit mit Schauspieler*innen aus dem ehemaligen Jugoslawien, wurde 2015 zum Berliner Theatertreffen ebenso eingeladen wie 2016 ihre Inszenierung „The Situation“ über einen Deutschkurs mit Teilnehmenden aus Syrien, Israel und Palästina. „Lost and Found“ entwickelte Yael Ronen auf dem Höhepunkt der „Flüchtlingskrise“ am Volkstheater Wien. Der Text bekam den österreichischen Theaterpreis Nestroy für das beste Stück 2016. „Lost and Found“ ist persönlich und hochaktuell, privat und politisch – lebendiges, tragikomisches Theater!


Premiere 30. November 2019



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