Endstation Sehnsucht

Schauspiel von Tennessee Williams



New Orleans ist eine aufregende Stadt. Jazz und Blues prägen den Lebens-Rhythmus und Menschen unterschiedlicher Herkunft leben hier selbstverständlich miteinander. Gleichzeitig herrschen in den Armenvierteln räumliche Enge und männliche Dominanz – und genau hier spuckt die Straßenbahn Blanche DuBois aus, in der Hand einen Koffer, der alles enthält, was sie noch besitzt. Vorbei ist ihr Leben als Südstaaten-Aristokratin, das elterliche Anwesen zwangsversteigert. So ist sie gezwungen, sich in der Mietswohnung ihrer Schwester Stella und deren Ehemann Stanley einzuquartieren. Schon nach kurzer Zeit kommt es zwischen Blanche und Stanley zu Streitigkeiten. Sie, die Absteigerin mit den Attitüden einer besseren Herkunft und dem Traum von der eigenen Überlegenheit, wird von ihm verachtet, aber mit ihrer selbstbewussten Art und freizügig gelebten Sexualität auch gefürchtet. Dass hingegen auch er, der aufstiegswillige Arbeiter, in einer sozialen Sackgasse steckt, kann und will Stanley nicht sehen.

 

Tennessee Williams inszeniert meisterhaft den Machtkampf zweier egomaner Menschen aus unterschiedlichen Welten und erzählt eindringlich von Lüge und Selbsttäuschung als notwendigem Lebenselixier.




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