Dorfpunks

Von Rocko Schamoni



„Gestern waren wir noch scheiße, heute sind wir eine Band.“ Als Teenager auf dem Land aufzuwachsen gleicht einem Vielfrontenkrieg. Zu den Segnungen der Pubertät kommen quälende Langeweile, unzuverlässige Transportmittel und neugierige Nachbarn. Das Kultur- und Weggehangebot ist grottig und die große Stadt liegt in unerreichbarer Ferne: „Totaler Totentanz“. Und doch: Vielleicht liegt genau hierin auch ein großes Privileg? Das Kaff als Chance? Keine coolen Vorbilder weit und breit, nichts wird dir geschenkt, du musst dir deine Identität selbst basteln. So wie Rocko Schamoni, der in seiner Jugend beschloss, Punk zu werden und Musik zu machen: Von den Lehrer-Eltern unverstanden, lungert er mit seiner Clique herum, schlägt sich im wahrsten Sinne des Wortes mit Dorfdeppen und Bundeswehrsoldaten herum, hat äußerst unbeholfenen Sex – und lernt alles, was man über das Leben wissen muss.

„Lustiger als hierzulande erlaubt und ernster als hierzulande gewünscht“ hieß es einmal über Schamonis Erinnerungen vom Jungsein in der Provinz – zwischen Liebeskummer und Konfirmationsunterricht, Mofas und Bier, Kühen und Langeweile –, an Musik und die lebensverändernde Kraft von: Punk!




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