Die Stadt der Blinden

nach dem Roman von José Saramago



Was geschieht, wenn eine Gesellschaft von einer Pandemie heimgesucht wird und alle Infizierten isoliert werden? Der 1995 erschienene, klaustrophobische Erfolgsroman des portugiesischen Literaturnobelpreisträgers José Saramago (1922 – 2010) verhandelt durch seine visionäre Erzählkunst die ganz großen Fragen: Was bedeutet jede Form von Stigmatismus, Ausgrenzung und Angst vor dem Fremden?

 

Die Ampel schaltet von Rot auf Grün. Doch der Mann in seinem Auto kann nicht weiterfahren. Er ist plötzlich erblindet. Aber warum? Ein hilfsbereiter Mann fährt ihn nach Hause – und stiehlt sein Auto. Der Besuch beim Augenarzt bringt keine Erkenntnis, aber am nächsten Tag ist auch der Augenarzt blind. Er, der erste Mann und beider Ehefrauen sind zusammen mit dem „hilfsbereiten“ Autodieb, einer Prostituierten und einem kleinen Jungen, der seiner Mutter entrissen wurde, die ersten, die in einer verwaisten Nervenklinik unter Quarantäne gestellt werden. Immer mehr Blinde kommen dazu, die Bedingungen sind bald unmenschlich. Die Pandemie scheint sich auszubreiten. Völlig grundlos erblinden die Menschen. Aber es gibt einen Funken Hoffnung, denn die Frau des Augenarztes täuscht ihre Blindheit nur vor, um bei ihrem Mann bleiben zu können. Unentdeckt wird sie so zum Auge einer demoralisierten Gesellschaft.


Premiere 25. September 2021



© 2016     Landestheater Württemberg-Hohenzollern Tübingen Reutlingen Impressum