Der Revisor - Videos von Julia Novacek / Foto: Martin Sigmund
Justin Hibbeler, Gilbert Mieroph, Jonas Hellenkemper / Martin Sigmund
Rolf Kindermann / Martin Sigmund
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Rosalba Salomon / Martin Sigmund
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Der Revisor

Von Nikolai Gogol · Deutsch von Ulrike Zemme


Schwarzwälder Bote, 6. Dezember 2023

Die Regie brennt ein Feuerwerk der Einfälle ab

(von Christoph Holbein)

Es ist eine grellbunte Inszenierung, welche die Zuschauer bei der Premiere des Stücks „Der Revisor“ von Nikolai Gogol im Landestheater Württemberg-Hohenzollern Tübingen Reutlingen erleben. Die Verwechslungskomödie kommt flott-frisch daher und nimmt das Publikum mit auf die turbulente Reise.

Wenn jemand vor diesem Theaterabend am LTT die Befürchtung gehabt hatte, ein so klassisches, ja vielleicht sogar antiquiertes Werk wie Gogols „Revisor“ könne ja nur todlangweilig über die Bühne gehen, der sah sich nach rund zwei Stunden ohne Pause positiv enttäuscht. Die rasante und streckenweise aberwitzige Inszenierung von Regisseur Gregor Turecek schöpft aus dem Vollen der theatralisch-komödiantischen Möglichkeiten und darf dabei auf die enthusiastische Spielfreude des gesamten Ensembles bauen, das mit großer Intensität sein Bestes gibt.

Skurriles und groteskes Spiel mit tollen Einlagen sorgt für einen unterhaltsamen Theaterabend

Großen Anteil am Gelingen der Premiere haben das opulente Bühnenbild und die nicht minder fantasievoll-pointierten Kostüme, wofür Juliette Collas mit ihrer schier unerschöpflichen Kreativität verantwortlich ist. Da eröffnen sich in der Schwimmbad-Atmosphäre mit Becken-Nostalgie zahlreiche Varianten der Auf- und Abgänge und entstehen, wird der Duschvorhang zur Seite geschoben, dahinter immer neue Welten – mal eine Telefonzelle, mal eine Toilette, mal ein Aufzug.

In diesem Ambiente entwickelt sich ein flottes Spiel mit Slapstick-Einlagen, wenn sich die Protagonisten im Netz aus Obrigkeitshörigkeit, Schlitzohrigkeit, Faulheit, Schein und Sein verheddern. Das ist skurril und grotesk, ein bisschen comicartig und gespickt mit Klamauk. Super gemacht in hoher Professionalität sind die immer wieder eingespielten Videosequenzen von Julia Novacek, die mit ihrem Ideenreichtum fast schon cineastisch glänzen, absoluten Humor beweisen und voller Musikalität stecken.   Die Schauspieler untermalen ihre Figuren mit ausladenden Gesten, mit Grimassen und Albernheiten, mit circensischen Einlagen und Gags. Regisseur Turecek hat ihnen mit vielen Details und starken Einfällen enormes Tempo, viel Bewegung und noch mehr Drive auferlegt.  Das Ensemble würzt das mit aussagekräftiger Mimik und spielt die originellen Vorgaben genüsslich aus. Bereichert mit aktuellen Bezügen und Anspielungen mausert sich die Inszenierung zu einem amüsanten und rasanten Erlebnis.

Da offeriert der Regisseur auch manche überraschende Pointe, komponiert alles sehr schön und gruppiert es fein auf der Bühne. Das ist auf die Spitze getrieben, aber nicht albern überzogen, wenn das Schlaflied „Guten Abend, gute Nacht“ mit Blockflöte, Gitarre und Gesang erklingt, wenn es gruselig wird im Funzeln der Taschenlampen, wenn die Geschäftsleute, die im Hintergrund auf ihren Teil des Kuchens lauern, als Zombies über die Bühne wanken. Turecek schreckt dabei auch nicht vor Nacktheit zurück und plakativer Erotik in der Badewanne.

Im Regen der Geldscheine entwickelt sich ein Feuerwerk der Einfälle, ein Theaterabend pur, der elektrisiert und in seiner Dynamik das Publikum mitnimmt bis zum kuriosen Ende der sich überschlagenden Ereignisse, wenn alles auffliegt und im witzigen Tohuwabohu mündet.


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Reutlinger General-Anzeiger, 4. Dezember 2023

Zombies im Freizeitclub: Gogols »Der Revisor« am LTT in Tübingen

(von Thomas Morawitzky)

Das LTT verwandelt Gogols Satire »Der Revisor« in eine überschäumende Kleinstadtfarce mit bitterem Unterton. Warum das nicht nur schrill, sondern auch sehr aktuell ist.

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Schwäbisches Tagblatt, 4. Dezember 2023

Fake News und eine Gesellschaft am Abgrund

(von Moritz Siebert)

Es geht um falsche Nachrichten, Korruption und Hochstapelei: Nikolai Gogols „Der Revisor“ passt ziemlich gut in unsere Zeit. Das LTT macht eine hyperaktive Slapstick-Show daraus.

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cul-tu-re.de, 2. Dezember 2023

Gogol im LTT – Kritik und Klamauk

(von Martin Bernklau)

Das Tübinger Landestheater schärft die satirische Komödie aus russischer Zarenzeit mit viel Aktuellem und viel Multimedia an

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