Der Prozess

nach dem Roman von Franz Kafka


"Ich lebe doch in einem Rechtsstaat."

 


Der Bankangestellte Josef K. wird eines Tages verhaftet. Einen Grund dafür erfährt er nicht. K. wird vom Untersuchungsrichter einbestellt, aber eine Anhörung findet nicht statt. Ebenso wenig ist es möglich, eine Anklageschrift einzusehen. Denn das Gericht, das von den Dachböden großer, ärmlicher Mietskasernen aus operiert, agiert im Geheimen. Auf der Suche nach Erklärungen für die Ungeheuerlichkeiten, die ihm geschehen, scheint der bürokratische Apparat nur undurchdringlicher zu werden: Plötzlich erscheinen Angehörige des Gerichts auf seiner Arbeit, begegnen ihm in privaten Situationen oder teilen mit ihm die Kirchenbank. Zunehmend gewinnt der mysteriöse Prozess mehr und mehr Macht über Josef K.s Leben, raubt ihm seine Lebensenergie und alle vermeintlichen Gewissheiten.


„Der Prozess“ (1914/15) ist neben der „Verwandlung“ Franz Kafkas weltweit bekanntestes Werk. Vielleicht, weil er die Erfahrung einer lebensfeindlichen und sich verselbstständigenden Bürokratie nahezu körperlich spürbar macht. In seinem Fragment gebliebenen Roman entwirft Kafka das alptraumhafte Szenario einer totalitären wie willkürlichen Staatsgewalt, dem der Einzelne hilflos ausgeliefert ist.




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