Das Licht im Kasten (Straße? Stadt? Nicht mit mir!)

Von Elfriede Jelinek



Bild- und sprachgewaltig widmet sich Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek dem Thema Mode, das erklärtermaßen ihre Leidenschaft ist. „Von wenig Dingen verstehe ich so viel wie von Kleidern“ sagte sie einmal von sich selbst. So erzählt sie in ihren Sprachkaskaden von den Glücksgefühlen beim Kaufen neuer Kleidung und dem Hadern mit dem eigenen unvollkommenen Körper, von japanischen Lochpullis und zu engen Hosen. Ihr Streifzug durch die Welt der Mode berichtet vom schönen Schein des Verhüllens, vom lukrativen Geschäft mit den Sehnsuchtsbildern, die uns von Werbefl ächen entgegen strahlen, von der Unerbittlichkeit des Älterwerdens und dem verzweifelten Anrennen gegen den Tod. Nicht zuletzt erzählt sie von den Kosten unserer Kaufentscheidungen, von Umweltzerstörung und der Vernichtung von Menschenleben in einer immer schnelllebigeren Industrie.

Ihr sei nach einer Komödie gewesen, soll Elfriede Jelinek verkündet haben, als sie die Arbeit an „Licht im Kasten“ begann. Mit doppelbödigem Sprachwitz nimmt sie die Schnittstellen von Ökologie und Ökonomie in den Blick. Im Rückgriff auf antike Mythen und Werbeslogans sucht sie im scheinbar Trivialen nach dem Wesen unserer nackten Existenz.




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