Tag der Gnade

Kammerspiel von Neil LaBute, Deutsch von Frank Heibert



 

David Graeter / LTT


„Welcher halbwegs normale Mensch sieht in so was ein unbegrenztes Potenzial?“


New York, 12. September 2001, der Tag nach dem Anschlag. Der Angestellte Ben wäre normalerweise unter den Opfern, ebenso wie seine Chefin Abby – aber beide waren nicht in ihrem Büro in einem der Zwillingstürme, sondern verbrachten ein Schäferstündchen in Abbys Wohnung. Alle paar Minuten klingelt Bens Handy – seine Frau. Aber Ben geht nicht ran: Er spielt mit dem Gedanken, einfach zu verschwinden und anderswo mit Abby ein neues Leben zu beginnen. Seine Spur würde sich in dem Inferno aus Schutt und Asche fraglos verlieren. Doch Abby will die einmalige Chance, die sich durch die Katastrophe ergibt, nicht nutzen – jedenfalls nicht so.

 

Ground Zero als Kulisse für eine ganz private Stunde Null? Ben nennt das einen „Freifahrschein“ – aber kann man wirklich sein altes Leben hinter sich lassen und ein neues beginnen? Neil LaBute ist einer der meistgespielten amerikanischen Theaterautoren. Seine Stücke („Das Maß der Dinge“, „Fettes Schwein“, „bash – Stücke der letzten Tage“) sind beunruhigende Darstellungen zwischenmenschlicher Beziehungen. „Tag der Gnade“ ist ein brilliant geschriebener Schlagabtausch über unsere Machtspiele in der Liebe.

 


Premiere: 12. Oktober 2014

Dauer: 70 Minuten


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