Gamswild

Performance & Installation von und mit Robi Tissi Graf



Im Zentrum steht ein gehäkeltes Gewand – ein Körper aus Fäden, Tentakeln und Löchern wie offene Wunden.  Jede Masche – eine Tote. Das Häkelnetz als Symbol für Verbundenheit und Kollektivität, als Rüstung im Kampf gegen patriarchale Gewalt in einer Landschaft der Grausamkeiten. Ein selbst geschaffenes Mahnmal, in dem Worte für den Widerstand gesucht werden: das Häkeln als Sprachrohr.

Der Titel GAMSWILD verweist auf das Spannungsfeld zwischen „Wild“ und „Jäger“ und spielt mit der Symbolik des Rehs oder der Gams, jenen empfindsamen Wesen, die stets potenziell „verschreckt“ sein müssen, weil sie sich der Schrecken in ihrer Umgebung gewahr sind. Die Gams ist Sinnbild für weibliche Wachsamkeit, Zartheit, aber auch Gefährdung.  Zugleich steht „wild“ für ein emanzipiertes, widerständiges Weiblichsein.

GAMSWILD ist eine emanzipatorische Umdeutung der «stillen bescheidenen Handarbeit im Haushalt», gibt dieser Handlung eine neue Wertigkeit, eine neue Sichtbarkeit.

Jede Masche ist Erinnerung. Jede Berührung ein Akt des Gedenkens.

 

 


Nächste Aufführungen 08.03.26 TICKET

Dauer 45 Minuten



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