Ein Volksfeind

Schauspiel von Henrik Ibsen in einer Fassung der Schaubühne von Florian Borchmeyer



 

Martin Sigmund / LTT


„Das ganze Land soll erfahren, was hier vorgeht!“


Die Story von Ibsens Tragikomödie „Ein Volksfeind“ könnte aus dem Lokalteil einer aktuellen Tageszeitung stammen: Eine Kleinstadt in der Provinz erhofft sich Aufschwung und Wohlstand als Kurort. Doch der Badearzt Dr. Stockmann macht die Entdeckung, dass das Wasser des Heilbades durch Industrieabfälle verseucht ist und die Gesundheit der Touristen gefährden würde. Als Stockmann mit dieser Tatsache an die Öffentlichkeit gehen will, gerät er nicht nur in Konflikt mit seinem Bruder, dem Stadtrat. Jeder seiner Mitbürger, der den eigenen Profit bedroht sieht, stellt sich gegen ihn. Selbst seine anfänglichen Verbündeten in Presse und Politik fallen von ihm ab. Stockmann wird zum einsamen Kämpfer für die Wahrheit …


Der Politkrimi des Norwegers Henrik Ibsen hat auch 130 Jahre nach seiner Uraufführung nichts an Brisanz eingebüßt. Angesichts von Stuttgart 21 und den Protesten der baden-württembergischen Wutbürger ist der „Volksfeind“ das Stück der Stunde, das so spannend wie unterhaltend grundsätzliche Fragen unserer Demokratie stellt: Hat die Mehrheit immer Recht? Haben wir außer Wohlstand und Wachstum keine Träume mehr? Haben Idealisten heute überhaupt noch eine Chance?


Premiere: 10. Oktober 2014

Dauer: 135 Minuten (Pausen: 1)


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