Biedermann und die Brandstifter

Schauspiel von Max Frisch


„Viel sieht, wo nichts ist, der Ängstliche.“


Gottlieb Biedermann ist Hauseigentümer und Geschäftsmann. Wohlhabend, ordnungsliebend und zufrieden. Fremde kommen ihm nicht ins Haus. Schon gar nicht in der jetzigen Zeit, wo man jeden Tag in der Zeitung von Brandstiftern lesen muss. Doch als ein Hausierer vor der Tür steht und an Biedermanns Menschlichkeit appelliert, lässt der sich erweichen und den obdachlosen Fremden auf seinem Dachboden schlafen. Als plötzlich ein zweiter auftaucht und beide zusammen Benzinfässer auf dem Dachboden lagern, wird Biedermann zunehmend misstrauisch und will die Eindringlinge loswerden. Doch es fehlt ihm der Mut, sie einfach rauszuwerfen ...


Der Schweizer Max Frisch (1911 - 1991) zählt zu den bedeutendsten Vertretern der deutschsprachigen Literatur im 20. Jahrhundert. Seine Tragikomödie „Biedermann und die Brandstifter“ (1958) beschreibt eine große, aktuelle Angstfantasie: Wenn man Fremde in sein Haus lässt, zünden sie einem zu guter Letzt das Dach überm Kopf an. Die tiefsitzende Furcht des Bürgers um den eigenen Wohlstand erzeugt jedoch erst die scheinbar unwiderstehliche Macht der Brandstifter. Das Stück erzählt vom Ursprung, den Mechanismen und Konsequenzen unserer Angst vor dem unheimlichen Fremden – und von der heimlichen Faszination an der Katastrophe, an der wir alle mitarbeiten.


Premiere: 23. April 2016

Pausiert



© 2016     Landestheater Württemberg-Hohenzollern Tübingen Reutlingen Impressum