Sex und Leberkäsweckle

12. November 2022

Was haben Sex und Leberkäsweckle gemeinsam? Sicherlich der Genuss oder das Genießen. Letzteres braucht die ungeteilte Aufmerksamkeit. Und schon sind wir beim Theater! Es geht hier nämlich um zwei Uraufführungen.

„Sex!“ ist ein musikalischer Abend über das, was uns wirklich verbindet. Let’s talk about sex, baby! - gefühlt neun von zehn Pop-Songs handeln vom Beischlaf, von erotischen Sehnsüchten, Anbahnung und, mal explizit, mal ganz subtil, der Ausführung. Nach pandemisch bedingten Jahren der Kontaktlosigkeit feiert das LTT-Ensemble körperliche wie emotionale Nähe, spielt mit Rollenbildern und Tabus - ein Abend voller musikalischer Höhepunkte.
Verantwortlich für dieses inszenierte Konzert sind Dominik Günther und Jörg Wochenfuß. (Premiere: 25.11.)

 
„Vom Wert des Leberkäsweckles“ ist eine Erkundung zu Demenz und Gesellschaft am Fall Walter J.
Ein Mann mit Geist. Der Geist schwindet. Der Mann wird immer hilfloser. Zuvor hat er deutlich gesagt, in einem solchen Fall wolle er lieber sterben. Mit seiner Frau hat er verabredet, dass sie ihn dabei im Zweifelsfall unterstützt. Doch die Frau, deren Namen der Mann nach über 50 Jahren Ehe auch irgendwann vergisst, verweigert diesen letzten Dienst. Sein Geist sei weg, sagt sie, aber sein Gefühl sei da. Und er, der einst bedeutende Bücher schrieb und starke Reden hielt, erfreut sich nun an kleinen Tieren und Leberkäsweckle.
Die Uraufführung von Jörn Klare ist eine, mitunter erschreckend heitere, Auseinandersetzung über den Umgang mit Alter, Demenz und assistiertem Suizid - und über gesellschaftliche Tabus bei diesen Themen am Beispiel des Tübinger Intellektuellen Walter Jens und seiner Frau Inge, der am 8. März 2023 hundert Jahre alt geworden wäre. Es inszeniert Sascha Flocken. (Premiere: 3.12.)







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