Susanne Weckerle, Emma Schoepe, Franziska Beyer, Insa Jebens, Rosalba Salomon, Foto: Martin Sigmund
Insa Jebens, Emma Schoepe, Rosalba Salomon, Susanne Weckerle, Foto: Martin Sigmund
Susanne Weckerle, Rosalba Salomon, Emma Schoepe, Insa Jebens, Franziska Beyer, Foto: Martin Sigmund
Rosalba Salomon, Foto: Martin Sigmund
Emma Schoepe, Franziska Beyer, Susanne Weckerle, Rosalba Salomon, Insa Jebens, Foto: Martin Sigmund
Rosalba Salomon, Emma Schoepe, Foto: Martin Sigmund
Rosalba Salomon, Franziska Beyer, Emma Schoepe, Insa Jebens, Foto: Martin Sigmund
Emma Schoepe, Franziska Beyer, Susanne Weckerle, Foto: Martin Sigmund
Franziska Beyer, Susanne Weckerle, Emma Schoepe, Rosalba Salomon, Insa Jebens,
Susanne Weckerle, Foto: Martin Sigmund
Insa Jebens, Emma Schoepe, Foto: Martin Sigmund
Emma Schoepe, Susanne Weckerle, Rosalba Salomon, Foto: Martin Sigmund
Rosalba Salomon, Franziska Beyer, Foto: Martin Sigmund
Insa Jebens, Emma Schoepe, Foto: Martin Sigmund
Insa Jebens, Emma Schoepe, Franziska Beyer, Susanne Weckerle, Rosalba Salomon, Foto: Martin Sigmund
Emma Schoepe, Foto: Martin Sigmund
Emma Schoepe, Susanne Weckerle, Foto: Martin Sigmund

Stolz und Vorurteil* (*oder so)

Von Isobel McArthur nach dem Roman von Jane Austen


Schwäbisches Tagblatt, 2. Oktober 2023

Karaoke mit Jane

(von Peter Ertle)

Das Theater macht mit Austens Romanstoff Karaoke, das Genre wird dabei anders, aus Sinn und Sinnlichkeit werden Coolness, Quatsch und Ironie

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Reutlinger General-Anzeiger, 2. Oktober 2023

Wenn die Jukebox Jane Austen spielt

(von Thomas Morawitzky)

Isobel McArthurs »Stolz und Vorurteil* (*oder so)« wird am LTT zu einem Geniestreich um Popmusik und Liebe

Fünf Schwestern müssen unter die Haube. Dabei geht es nicht unbedingt um die Liebe, sondern vor allem ums Erbe, denn das kann nur angetreten werden, wenn ein männlicher Stammhalter da ist. Großes Pech für die Familie Bennet: Es fehlt der Sohn.

Man hat Jane Austens Romane schon als schieren Horror gelesen. Im LTT geschieht das Gegenteil: Dort ist »Stolz und Vorurteil«, der bekannteste unter ihnen, nun in einer Inszenierung zu sehen, die mehr als drei Stunden lang vor Witz und Spielfreude nur so funkelt.

Die schottische Schauspielerin und Autorin Isobel McArthur hat mit »Stolz und Vorurteil* (*oder so)« Austen umgeschrieben, lässt die Handlung des Buches von Dienstmädchen erzählen, die in unterschiedlichen Austen-Büchern ihre Auftritte hatten, und legt ihnen eine große Auswahl an Karaoke-Songs in den Mund

Seit seiner Londoner Premiere im Oktober 2021 wird »Stolz und Vorurteil* (*oder so)« gefeiert – und auch in Tübingen, unter der Regie von Dominik Günther, in der musikalischen Leitung von Jörg Wockenfuß, ist es eine Sensation. Was Susanne Weckerle, Insa Jebens, Emma Schoepe, Franziska Beyer und Rosalba Salomon hier zeigen, ist ungeheuer komisch, ausdrucksvoll, berührend, unterhaltsam. Sie wandeln sich von Dienstmädchen in Schwestern in Tanten und Junggesellen. Sie singen mit wunderbaren Stimmen, sie grooven als Ziersträucher im Hintergrund. Sie erzählen ganze Romane mit ihren Blicken.

Sandra Fox schuf Bühne und Kostüme, lässt Elisabeth (Emma Schoepe), die archetypische Austen-Heldin, im dunkelblauen Seidenkleid mit gelben Turnschuhen auftreten. Insa Jebens spielt neben dem Dienstmädchen Tillie und der Schwester Charlotte den reichen und begehrenswerten Nachbarn Charles Bingley und dessen intrigante Schwester; sie trägt, manchmal, ein Häkeldeckchen auf dem Kopf. Franziska Beyer verwandelt sich auch in Lady Catherine de Bourg, eine drachenhafte Dame in Rot, die Tante des Heiratskandidaten Darcy – welch eine Gelegenheit, einen irischen Schmusesänger zu zitieren.

»Es gibt hier ein kleines Problem mit emotionaler Verdrängung« – das erfährt das Publikum zu Beginn schon. Ventil all der unterdrückten Gefühle ist der Gesang. Er ergreift Besitz von den Figuren. Nur Dienstmädchen Anne (Rosalba Salomon) soll bitte bloß nicht singen. Sie hat ihren großen Auftritt zuletzt mit einem Song von Freddy Mercury. Zuvor spielt sie zwei Schwestern und den Geistlichen Mr. Collins, dem Schaumstoff aus dem Mund quillt, der als Verlobungsring einen gewaltigen Donut präsentiert – und der die Gelegenheit liefert, einen anderen Schnulzensänger heraufzubeschwören.

»Stolz und Vorurteil* (*oder so)« spielt mit den Gefühlen, jongliert mit unzähligen Zitaten der Popmusik. Die Inszenierung reiht glanzvoll unterhaltsame Momente aneinander, lässt die Schauspielerinnen Kyle Minogue, Carly Simon, die Bee Gees, Prince, Sonny and Cher und Madonna interpretieren. Das bleibt spannend bis zuletzt, ist manchmal rührend, dann wieder frech und läuft in keinem Moment Gefahr, zu einer Nummern-Revue, einem bloßen Feuerwerk an Gags und Liedern zu werden – denn immer wieder ist es vor allem das lebendige, facettenreich verblüffende Spiel der fünf Darstellerinnen, das diesen Abend zu einem Erlebnis macht.


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cul-tu-re.de, 1. Oktober 2023

Hot Stuff für Jane Austen

(von Martin Bernklau)

Ein bisschen „Sex and the City“, viel Karaoke und ein rasanter Rollenwechsel in krassen Kostümen

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