Schauspiel von Friedrich Schiller
London, 1568. Maria Stuart, ehemalige Königin von Schottland mit erklärtem Anspruch auf die englische Krone, ist in England gefangen und zum Tode verurteilt. Der Vorwurf lautet, sie sei Mitverschwörerin bei Anschlägen auf das Leben der englischen Königin Elisabeth I. Aber Elisabeth zögert, das Urteil vollstrecken zu lassen. Unabsehbar sind die Folgen in ihrem durch Religionskonflikte und Erbstreitigkeiten destabilisierten Land. Auch Elisabeths Berater sind ihr bei der Entscheidungsfindung keine Hilfe: Hardliner, die Maria Stuarts sofortige Hinrichtung fordern, und gemäßigte Kräfte stehen sich unversöhnlich gegenüber. Elisabeth, qua Position mit allen Möglichkeiten der Macht ausgestattet, sieht nur den Druck der Verantwortung: Gibt es denn niemanden, der ihr die verhasste Entscheidung abnehmen könnte?
In „Maria Stuart“ greift Friedrich Schiller einen historischen Fall auf und gestaltet ihn vor dem Hintergrund der Französischen Revolution neu. In seinem Polit-Thriller zeichnet er einen streng hierarchisch organisierten Machtapparat, in dem seine beiden Königinnen aber keineswegs nur Opfer systemischer Zwänge sind. Regisseurin Juliane Kann nimmt Schillers Figuren in die Verantwortung und öffnet den Blick für deren individuelle Handlungsspielräume.
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Premiere 25. Juni 2021
Pausiert
Dauer 120 Minuten