Rolf Kindermann, Martin Bringmann · Foto: Tobias Metz
Martin Bringmann, Rolf Kindermann · Foto: Tobias Metz
Martin Bringmann, Rolf Kindermann · Foto: Tobias Metz
Rolf Kindermann · Foto: Tobias Metz
Daniel Raih, Martin Bringman, Rolf Kindermann, Emma Stratmann · Foto: Tobias Metz
Daniel Raih · Foto: Tobias Metz
Daniel Raih, Martin Bringmann, Rolf Kindermann · Foto: Tobias Metz
Daniel Raih, Emma Stratmann · Foto: Tobias Metz
Rolf Kindermann, Martin Bringmann · Foto: Tobias Metz

Indien

Ein wortwitziges Roadmovie durch die Provinz von Josef Hader und Alfred Dorfer als sommerlicher Open-Air-Spaß im LTT-Hof · 15+


Schwarzwälder Bote, 22. Juni 2026

Ein klein wenig abseits des Mainstreams

(von Christoph Holbein)

„Der Tod ist nichts endgültiges, das ist wie Umsteigen in Herrenberg.“ Das ist nicht aufgesetzt, das kommt glaubhaft herüber. Da offenbart die Inszenierung ihre Stärke. Und auch da zeigen sich Bringmann und Kindermann famos aufgelegt und von ihrer schauspielerisch besten Seite bis hin zu intensiver Nähe und einer unschuldigen Zärtlichkeit. Und dieser Eindruck bleibt.

Am Landestheater Tübingen geht das Stück „Indien“ im Freilicht auf dem LTT-Hof aktuell über die Bühne. Die Inszenierung hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Manches wirkt dann doch zu derb, zotenhaft und klischeebehaftet.

 

Für zartbesaitete Seelen und Anhänger des fein ziselierten Humors ist das Stück „Indien“ von Josef Hader und Alfred Dorfer nicht wirklich geeignet: Zu derb, grob,   klischeehaft und gar mit frauen- und fremdenfeindlichen Tönen kommt es daher, gewinnt erst im letzten Drittel an inhaltlicher Tiefe und emotionaler Schärfe. Es ist also ein gewisses Wagnis, das Werk auf die Bühne zu bringen. Regisseur Thorsten Weckherlin geht dieses Risiko ein und inszeniert dieses „Roadmovie“ als Sommertheater im Freilicht  auf dem Hof des Landestheaters Tübingen (LTT) fast, wie es scheint, mit diebischer Freude.

Die Tragikomödie des österreichischen Kabarettisten Josef Hader und seines Kollegen Alfred Dorfer wirkt in den Sujets, die sie präsentiert, ein wenig aus der Zeit gefallen, nicht immer zeitgemäß -oder vielleicht letztendlich doch? Die beiden Protagonisten – der sinnfreie „Weisheiten“ vor sich hin plappernde Kurt Fellner und der dumpfe, dennoch herzliche Prolet Heinzi Bösel, erweisen sich als kongeniales Duo, das an das US-Komiker-Paar Walter Matthau und Jack Lemmon erinnert, die in ihren gemeinsamen Filmkomödien genau diese Gegensätze in allen Facetten zelebriert haben.

Und genauso kongenial und menschlich authentisch agieren  Martin Bringmann und Rolf Kindermann bei der Inszenierung im LTT-Hof. Unterwegs – witzig, wie sie röhrend und bremensquietschend mit dem roten Oldtimer-Auto angefahren kommen – um drittklassige Hotels und Gasthöfe zu testen, reisen sie quer durch die Provinz  –  Weckherlin streut Lokalkolorit   ein – von einem Wirtshaus zum nächsten: Vinzenz Hegemann lässt in seinem Bühnenbild mit wenigen Umbau-Handgriffen immer wieder eine neue Lokal-Atmosphäre entstehen.

Zwischen den Beiden entwickelt sich aus den gegenseitigen Nicht-Gesprächen  entlang von zunächst Klamauk und Comedy, Skurrilität und Slapstick – wenn das Schmalzbrot im Gesicht landet –, zum Teil makaberen, vulgären und obszönen  Texten und Macho-Gehabe aus einer anfänglichen Feindschaft eine innere Verbindung – begleitet von Emma Stratmann, die alle Wirt-Figuren spielt und ostentativ Gurken essend auch gesanglich den fraulichen Widerpart offeriert. Mit zunehmender Spieldauer gewinnt die Inszenierung an innerer Wärme, an Melancholie und Würde und schafft es, dann doch noch anzurühren und zu fesseln.  Wenn  Rolf Kindermann als Kurt Fellner  im Krankenhausbett mit der Diagnose Krebs in den Armen von Martin Bringmann als Heinzi Bösel liegt, dann nimmt der Zuschauer den beiden Protagonisten die Entwicklung hin zu einer Männerfreundschaft ab.   Und plötzlich kippt das Spiel in eine  heitere Ernsthaftigkeit, die angesichts des nahenden Sterbens trotzdem lebensbejahend bleibt: „Der Tod ist nichts endgültiges, das ist wie Umsteigen in Herrenberg.“ Das ist nicht aufgesetzt, das kommt glaubhaft herüber.  Da offenbart  die Inszenierung ihre  Stärke. Und auch da zeigen sich Bringmann und Kindermann famos aufgelegt und von ihrer schauspielerisch besten Seite bis hin zu intensiver Nähe und einer  unschuldigen Zärtlichkeit. Und dieser Eindruck bleibt.


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Schwäbisches Tagblatt, 22. Juni 2026

Menschlich, tragisch, komisch – „Indien“ erzählt die Geschichte einer Männerfreundschaft

(von Mia Dumont)

Was als unfreiwillige Geschäftsreise beginnt, endet in bedingungsloser Freundschaft. In „Indien“ nähern sich zwei Männer an – auf ihre ganz eigene Art und Weise.

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Reutlinger Generalanzeiger, 19. Juni 2026

Provinzialität und große Fragen

(von Christoph B. Ströhle)

Josef Haders und Alfred Dorfers Stück "Indien"  kommt auf der Freilichtbühne des LTT derb , aber auch zärtlich daher.

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