Sophie Aouami · Foto: Tobias Metz
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Peter Engel

Ein deutsches Mädchen

Bestandsaufnahme eines Ausstiegs nach der gleichnamigen Autobiografie von Heidi Benneckenstein · 13+


Schwäbisches Tagblatt, 19. Februar 2026

Durch den schwarzen Tunnel

(von Dorothee Hermann)

Dieses Stück haut rein: Mit „Ein deutsches Mädchen“ blickt das Junge LTT ins rechtsextreme Milieu und zeigt beeindruckende Intensität.

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Reutlinger General-Anzeiger, 18. Februar 2026

Ausstieg aus der Neonazi-Szene: »Ein deutsches Mädchen« am LTT

(von Christoph B. Ströhle)

Heidi Benneckenstein schildert in einem Buch ihren Ausstieg aus der Neonazi-Szene. Am LTT ist aus ihrem Bericht ein Bühnenstück entstanden.

Da sind diese langen Zöpfe, die sie fesseln, sie am Fortkommen hindern. Die Schauspielerin Sophie Aouami hat sie zu Beginn des Bühnenstücks »Ein deutsches Mädchen« mit Metallringen an ihren eigenen Haaren befestigt. Am Ende legt sie sie ab, wie man sich von Ketten befreit. Als symbolisches Zeichen für einen Neuanfang.Aouami spielt in dem Einpersonenstück des Landestheaters Tübingen die Aussteigerin aus der Neonazi-Szene Heidi Benneckenstein. Eine junge Frau, die es wirklich gibt, die in den 1990er-Jahren in einem Dorf bei Fürstenfeldbruck in einer Familie mit gefestigtem nationalsozialistischem Weltbild aufwuchs.Benneckenstein hat ihre Kindheit und Jugend in ihrer 2017 erschienenen Autobiografie »Ein deutsches Mädchen. Mein Leben in einer Neonazi-Familie« beschrieben. Die im Untertitel als »Bestandsaufnahme eines Ausstiegs« bezeichnete Bühnenfassung hat Nazli Saremi (Regie, Bühne und Kostüme) inszeniert und dabei - neben den Zöpfen - weitere symbolische Akte wie das Wechseln der Kleidung eingebaut. Immer um zu zeigen, dass soziale Rollenzuschreibungen und Gesinnungen nicht für immer festgeschrieben sein müssen. Dass Veränderung möglich ist.Und so erzählt Sophie Aouami als Heidi Benneckenstein (die kurz auch in einem Video zu sehen und zu hören ist) von Prägungen, die ihr weiteres Leben hätten bestimmen können. Völkische Ideale, Strenge und Drill im Elternhaus. Ein System aus Schlägen und Belohnung. Rüstzeug für den Kampf gegen eine feindliche Welt da draußen - staatliche Institutionen, die als Gegner zu betrachten seien, wie überhaupt die ganze Bundesrepublik Deutschland.Sie erzählt von scheinbar harmlosen Zeltlagern, von denen es aber, wie sie später erkennt, nur wenige Schritte zu den Gräueltaten der Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) sind. Schülerinnen und Schüler der zehnten Klasse sitzen bei der Premiere des Stücks in der Ofterdinger Burghof-Schule vor der Schauspielerin, verfolgen den mit kleinen Spielszenen angereicherten Bericht still und mit gespanntem Interesse. Die LTT-Produktion wird zwar auch im Theater in Tübingen gespielt, ist aber nicht zuletzt für den Einsatz im Klassenzimmer gedacht, wo das Gesehene in Nachgesprächen vertieft wird. Im Programmheft bedankt sich das LTT bei den Patenklassen 9a bis 9c der Französischen Schule Tübingen für ihre Fragen, ihr Feedback und den Austausch zur Inszenierung.Ängste und Verhärtungen der Protagonistin klingen im Stück an. Irritationen und Hemmnisse auf dem Weg heraus aus der Blase, aus rassistischen und menschenverachtenden Ideologien und der Abschottung. Heraus aus dem antrainierten Selbstverständnis, dass man auserwählt ist, mit Gleichgesinnten eine rechtsextreme Elite zu formen. Eine Elite, die darauf vorbereitet wird, Führung zu übernehmen, wenn der Tag X, der Zusammenbruch der staatlichen Ordnung, gekommen ist.Bedauern ist aus Heidis Bericht herauszuhören. Bedauern, dass Lehrerinnen und Lehrer ihr Anderssein als pubertär abtaten und vor ihrem herrisch auftretenden Vater kapitulierten. Bildung hätte helfen können, aus der Verblendung herauszukommen, teilt die erwachsene Heidi Benneckenstein als späte Erkenntnis mit. Doch das Thema Schule war für sie nach dem Hauptschulabschluss vorerst beendet. Die Ausbildung zur Hotelfachfrau, die für sie den Absprung hätte bedeuten können, schloss sie nicht ab. Sie engagierte sich stattdessen für die NPD.Das ganze Stück über gibt es Hinweise darauf, was parallel passiert e. Als Heidi acht Jahre alt war, begann die Terrorzelle NSU, ihre Blutspur durch Deutschland zu ziehen. Der Mordserie fielen zwischen 2000 und 2007 neun Migranten und eine Polizistin zum Opfer. Das Stück erinnert an jeden und jede von ihnen.


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Cul-Tu-Re Blog, 12. Februar 2026

Alte Nazis

(von Martin Bernklau)

In der Ofterdinger Burghof-Schule hatte „Ein deutsches Mädchen“ Premiere, das Solo der LTT-Schauspielerin Sophie Aouami über eine Kindheit und Jugend im Neonazi-Milieu

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