Die schmutzigen Hände

Schauspiel von Jean-Paul Sartre · Deutsch von Eva Groepler


"Du willst also was tun."


Schauplatz der Handlung ist der fiktive Staat Illyrien, der am Ende des Zweiten Weltkrieges von den Deutschen besetzt ist. Hugo, ein junger Intellektueller, tritt dem radikalen Flügel der kommunistischen Partei bei, um mit seiner bürgerlichen Herkunft zu brechen. Er hofft, durch eine „große Tat“ seinem als sinnlos empfundenen Dasein zu entkommen. Deshalb übernimmt er freiwillig den Auftrag, den gemäßigten Parteisekretär Hoederer zu töten, der von der Parteiführung als Verräter im Kampf gegen die Nazis angesehen wird. Getarnt als Privatsekretär zieht Hugo zusammen mit seiner Frau Jessica in Hoederers Haus ein. Doch schon bald entsteht eine persönliche Beziehung zwischen dem charismatischen Machtmenschen und dem verunsicherten Hugo, der den Auftragsmord immer wieder verschiebt. Erst als er seine Frau in den Armen Hoederers überrascht, greift er zur Pistole und tötet ihn.

„Die schmutzigen Hände“ von Jean-Paul Sartre, uraufgeführt 1948 in Paris, sind ein spannender Politikrimi und zugleich eine aktuelle Auseinandersetzung mit Macht und Moral, Freiheit und Verantwortung. Wie viel realpolitischen Pragmatismus braucht man, um gesellschaftliche Veränderungen herbeizuführen? Ist es möglich, Politiker zu sein, ohne sich die Hände schmutzig zu machen? Und gibt es eine politische Tat, die frei ist von persönlichen Motiven?




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