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Bernward Vesper / Marc Pommerening

Die Reise

Regie: Eike Hannemann / Ausstattung: Birgit Stoessel / Dramaturgie: Angela Löer / Assistenz: Claudia Schulz

Mit: Martin Molitor, Peter Neutzling und Daniel Wagner


Bernward Vesper, der Sohn des nationalsozialistischen Schriftstellers Will Vesper, begegnete Anfang der sechziger Jahre in Tübingen der späteren RAF-Terroristin Gudrun Ensslin und zeugte mit ihr den Sohn Felix. Sie verließ ihn wegen Andreas Baader und ging in den Untergrund, während er sich aus der Bewegung zurückzog und ein Buch zu schreiben begann. Die Reise, ein siebenhundert Seiten starkes Dokument, gilt bis heute als wohl wichtigster Bericht über die Generation der 68er. Es ist eine Reise durch Deutschland und deutsche Geschichte, eine Reise durch seine mörderische Vergangenheit und seine Psychologie zwischen Haß und Angst, eine Reise durch deutsche Befindlichkeit, die hier mit den Gaskammern beginnt und mit 68 noch nicht endet, denn "Es wird kein Gedanke zu Ende gebracht, es wird keine Handlung weitergeführt. Es geht allein darum, dem Vergessen entgegenzuwirken."
Die Reise ist gleichzeitig Road-Movie und historisch-politisches Dokument, Drogen-Trip, Familienroman, Gesellschafts-Epos und eine ergreifende Autobiografie.

Inhaltlich an das Tübinger Stadtprojekt an der Universität "68" von Clemens Bechtel anschließend, ist die Dramatisierung von Bernward Vespers Die Reise mit Schauspieler Martin Molitor (NIPPLEJESUS) in der LTT-Werkstatt zu Gast.


© Landestheater Tübingen